Gottesdienst mit Spezialgast per Video

Frau Melanie Eckart von "Open Doors" gestaltet mit uns einen Gottesdienst zum Thema "Christenverfolgung heute" Was hat das mit mir zu tun? Sie wird deutlich machen, dass die verfolgten Christen anderer Länder von Gott nicht verlassen sind, sondern im Gegenteil Gottes Wirken besonders erfahren dürfen. Das macht sie an konketen Beispielen, z.b. anhand eines Mädchens aus Nigeria deutlich. Wir dürfen uns auf viele Infos, Gottes Wort, Gebet und Gesang freuen. Alles, was ein Gottesdienst braucht.

 

Hier der Link: https://zoom.us/j/93293779255?pwd=dXJIb2pMTW5JTkZHM0VrSmZxVnNJQT09

Präsenzgottesdienste sind ab sofort bei uns zurückgestellt (KV-Beschluss vom 12.01.2021, verlängert am 27.01.). Dabei kam die Idee auf, Gottesdienst a la Videokonferenz zu gestalten. Das ermöglicht, sich am Gottesdienst aktiv spontan beteiligen zu können,wenn man möchte. Am kommenden Sonntag, den 31. Januar steht der Gottesdienst unter dem Thema: Tiefer Fall und Aufstieg der beiden Frauen Noomi und Rut mit vielen Grenzüberschreitungen und Grenzerfahrungen. Feiern Sie mit. Sie sind herzlich eingeladen.


 

Predigt vom letzten Sonntag (17.01.):

Kurzpredigt zu Johannes 2,1-11 „Die Hochzeit zu Kana“, Predigttext für 17.01.2021 (Wer will schon lange Predigten hören, geschweige lesen?)

 

„Auf Hochzeit Hektoliter Wasser in Wein verwandelt. Bild sprach mit Zauberer“ So würde heute die Bild schreiben, um die Neugier ihrer Leser zu befriedigen. Jesus würde aufgefordert werden, seine Tricks zu verraten, man würde ihm zu bedenken geben, ob die Gäste nicht zu sehr dem Alk fröhnen und zu Alkoholikern werden könnten und am Ende stünde ein Selfie. Nun ist aber das Johannesevangelium nicht die Bildzeitung. Andere Optionen stehen im Vordergrund: Jesus und seine Mission; dazu später.

 

Zuerst die Fragen:

 

Kann man das in Corona-zeit überhaupt predigen, wo doch Hochzeiten ausfallen? Keinen Wein mehr zu haben, ist da wohl das kleinere Problem.

Dazu: Ich war bei meiner Freundin Sabine auf Hochzeit. Da gab es keinen Alkohol, weil auch Alkoholkranke anwesend waren. Ich war enttäuscht, fand aber die Hochzeit letztlich nicht weniger schön als andere, auf denen Alkohol floss, ergo: Es geht auch ohne. Hier fallen mir auch zwei Werbeslogans vom Blauen Kreuz ein: „Trocken durch den Januar rocken“. „Mit heißer Schokolade läufst du länger grade“.

 

Das kurze Gespräch mit Mutter und Sohn. Mutter: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Das war´s. Kein Wort darüber, wer da die Schuld trägt. Keine Problemanalyse, etwa Lieferschwierigkeiten oder Lösungsansätze diskutieren. Nur die Feststellung. Dann die schroffe Zurückweisung des Sohnes: „Was geht es dich an?“ Spricht man denn so mit seiner Mutter? Jesus will wohl sagen: „Ich bin weniger „Muttersöhnchen“ als Sohn des Vaters im Himmel. Und der Vater sagt: „Deine Stunde ist noch nicht gekommen!“ Warum? Dieses erste Zeichen bei Johannes steht unter einem Gesamtzusammenhang. Also ist dieses erste Zeichen auch vom Ende her zu interpretieren, dem letzten Zeichen der Auferstehung, mit der der Gottessohn seinen Vater verherrlicht. Wer an ihn glaubt, wird leben, darum geht es letztendlich, auch hier.

 

Zum Wasser:

„Wasser ist zum Waschen da, auch zum Zähneputzen kann man es benutzen.“ Im Judentum gibt es Reinheitsvorschriften mit Wasser. Haben sich die Gäste vor dem Fest auch ordentlich gewaschen. Hygieneregeln lassen grüßen. Viele Menschen würden was dafür geben, könnten sie sich so waschen wie wir. 2,2 Mrd. Menschen haben nicht genug fließendes Wasser, auch jedes vierte Krankenhaus auf der Welt hat das nicht. Für sie wäre es schon ein Wunder, wenn es die Krüge mit Wasser voll gäbe. Wir könnten dieses Wunder vollbringen, indem wir dazu beitragen, statt Coca Cola zu trinken, die für diese Katastrophe mitverantwortlich sind. Gefüllte Wasserkrüge für alle, das wär´s doch.

 

Zum Wein:

„Der Wein erfreue des Menschen Herz“, so Psalm 104,15. Gott und Jesus gönnt uns das Gute und den Genuss. Nicht irgendein Wein, nein, der beste. Ein Vorgeschmack auf das Ende. Das wäre? Hochzeit im Reich Gottes und alles Gute in Hülle und Fülle. Gott gefällt es also nicht, wenn wir nur unsere Lasten täglich tragen und darunter stöhnen müssen, sich schuldig fühlen, Buße tun. Nein, Gott will uns fröhlich sehen, lachen und tanzen. Als Schöpfer hat er doch alles in seiner Vielfalt und Schönheit geschaffen und nicht grau in grau. Wir sollten durch Jesus wissen und anerkennen, wie Gott Vater für uns sein will: Eben ein gütiger Vater, der uns nichts neidet, im Gegenteil: Er will uns alles geben, was wir brauchen. Schwer zu glauben, aber wahr.

 

Zum eigentlichen Wunder:

Für sein Wunder braucht Jesus die Knechte: „Füllt die Wasserkrüge mit Wasser!“ Das taten sie, ohne Widerspruch, sind ja auch Knechte oder Diener. Wir hätten uns wahrscheinlich geweigert: Was soll das bringen? Es fehlt uns oft der Mut, einfach zu tun, was Jesus von uns möchte und zu vertrauen. Was soll das bringen? Dafür ist unser Predigttext da, um zu zeigen, dass das was bringt. Keiner weiß, was, außer Jesus, aber das genügt. So sieht es auch die Mutter Maria, wenn sie die Knechte nach der schroffen Zurückweisung durch ihren Sohn auffordert: „Was er euch sagt, das tut!“ Statt beleidigt zu sein, wie kann mein Sohn nur so mit mir umspringen, vertraut sie. Können wir uns von ihr eine Scheibe abschneiden? Ich glaube schon. Maria und die Knechte tun ihr Möglichstes und sind offen für das, was kommt. Sind wir das auch? Meistens nicht. Wir rechnen gar nicht mehr mit Gott. Viele sagen: „Das ist halt so. Da kann man nichts ändern.“ Eigentlich ist es gottlos, so zu reden. Wer glaubt, kann nicht so reden. Er rechnet mit Gottes Eingreifen. Haben wir das nicht an Weihnachten gefeiert: Gott greift ein ins Weltgeschehen und wird Mensch? Menschen wie Maria und die Knechte tun, was sie können und sind offen. Entscheidend ist aber nicht unser menschliches Tun, sondern das Wunder, das durch Gott geschieht, sein Wort und seine Tat. Erst so wird aus Wasser Wein, aus Angst Vertrauen, aus einer Sackgasse Zukunft, aus dem Heute ein neuer Morgen. Was bringt mir also Jesus? Wein, neues Leben in Freude und Fülle. Das ist das Wunder, nicht nur damals, sondern auch heute für uns. Unsere Wirklichkeit bleibt nicht in unserem Menschentun stecken, eingeengt, sondern ist offen für Zukunft, bis hin zum Reich Gottes. Warum ausklammern, wenn es doch zur Wirklichkeit dazu gehört?

Das ist das Evangelium: Unsere Wirklichkeit ist nicht durch unsere menschlichen Möglichkeiten begrenzt, sondern durch Gottes Tun offen für die Zukunft. Das Beste haben wir nicht schon konsumiert. Das Beste kommt zum Schluss. Wie der Schankmeister vorwurfsvoll sagt: „Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.“ Warum tut Gott das: Das Gute zurückhalten?

Damit wir uns darauf freuen können, damit wir diese Vorfreude als Glauben in uns tragen und dafür Zeugen sind. Hören wir doch auch auf Jesus und schöpfen all unser Wasser in die Krüge: 600 Liter, das war ganz schön viel. Das hätte einer allein gar nicht geschafft. Auch wir sind nicht allein, wir sind viele, die schöpfen können. Was wir schöpfen, bleibt am Ende nicht nur Wasser. Jesus macht es zu Wein. So ist das mit dem Glauben. Der beste Wein ist der Christliche Glaube. Der geht auf den jüdischen Glauben zurück. Jesus verwandelt Wasser in Wein. Er schüttet das Wasser nicht achtlos weg. Er baut darauf auf. Und wir? Lasst uns aufbauen auf diese letzten Worte des 1. Zeichens: Er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.“

In diesem Sinne: Gesegneten Sonntag

Pfr. Stefan Schleicher